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Fortgeschritten12 Min

Google-Ads-Anzeigen schreiben lassen

Du liest aus, welche Suchbegriffe wirklich konvertieren, lässt dir daraus neue Anzeigentexte mit passenden Headlines und Descriptions vorschlagen und legst sie pausiert ins Konto: geprüft und aktiviert erst, wenn du sie freigibst.

Du lässt dir neue Google-Anzeigen aus den Suchbegriffen schreiben, die in deinem Konto wirklich konvertieren, statt aus dem Bauch. Der Agent hält dabei die harten Zeichen-Limits ein und schaltet nichts live, bevor du die neue Anzeige selbst freigibst.

Im vorigen Tutorial hast du aufgeräumt: Suchbegriffe gestoppt, die nur Geld gekostet haben. Jetzt kümmerst du dich um die andere Seite: Für die Suchen, die etwas bringen, sollen deine Anzeigen auch gut aussehen. Das Problem beim Selberschreiben ist meist nicht die Idee, sondern die Enge. Eine Google-Anzeige (eine Responsive Search Ad, kurz RSA: du lieferst mehrere Überschriften und Beschreibungen, Google mischt daraus je Suche die beste Kombination) gibt dir nur 30 Zeichen pro Überschrift und 90 pro Beschreibung. Deutsche Wörter wie „Projektmanagement-Software" fressen den Platz allein auf. Am Ende dieses Tutorials hast du einen kompletten Satz Anzeigentexte, aus echten Konto-Daten abgeleitet, auf die Zeichen-Limits geprüft und als pausierte Anzeige im Konto: bereit zur Freigabe, wenn du willst.

Was du brauchst

  • Google Ads verbunden, mit Schreibrecht (Pflicht). Gelesen wird für die Vorschläge, geschrieben für die neue Anzeige: dafür braucht dein Workspace das Schreibrecht (write), nicht nur Leserecht (read). Das steuert deine Rolle im Portal (app.ads.honeyfield.at). Wie du das Konto verbindest, steht in Marketing-Konten mit Claude verbinden; für ChatGPT zeigt Marketing-Konten mit ChatGPT verbinden dieselbe Einrichtung.
  • Conversion-Tracking eingerichtet (empfohlen). Der beste Rohstoff für gute Anzeigen sind die Begriffe, die bei dir tatsächlich zu Anfragen führen. Ohne Conversion-Tracking siehst du nur Klicks, nicht, was davon konvertiert. Ohne Tracking überspringst du in Schritt 1 die Conversion-Spalte und leitest die Anzeige aus den meistgeklickten Begriffen plus deiner besten laufenden Anzeige ab.

Das baut direkt auf dem Aufräumen aus dem letzten Tutorial auf: Ein Konto ohne die gröbsten Budget-Fresser gibt sauberere Signale, welche Begriffe eine bessere Anzeige verdienen.

1. Was heute funktioniert lesen

Bevor der Agent etwas schreibt, schaut er, was dein Konto schon weiß: welche Suchbegriffe konvertieren und wie deine bestehende Anzeige formuliert ist. Die neuen Texte kommen aus diesen Daten, nicht aus Fantasie.

Zeig mir für [Workspace] in der Ad-Group [Ad-Group] die Suchbegriffe
der letzten 30 Tage, die konvertiert haben. Und lies mir die Anzeige,
die dort aktuell läuft, mit ihren Headlines und Descriptions vor.

Das bekommst du zurück:

Konvertierende Suchbegriffe (Ad-Group „pm-tool", 30 Tage)
projektmanagement tool 48 Klicks 6 Conversions
aufgaben verwalten team 30 Klicks 4 Conversions
projekte planen software 22 Klicks 3 Conversions
gantt tool deutsch 12 Klicks 0 Conversions

Aktuelle Anzeige (Status: aktiv, Zugelassen)
Headlines (15): „Projektmanagement-Tool", „Aufgaben verwalten", ...
Descriptions (4): „Plane Projekte an einem Ort ...", ...

Daraus liest der Agent die echte Sprache deiner Kunden ab: Sie tippen „projektmanagement tool" und „aufgaben verwalten", nicht Marketing-Fachbegriffe. Das werden die Angles (Blickwinkel) der neuen Anzeige.

Checkpoint: Du hast eine Handvoll konvertierender Begriffe und siehst, was die laufende Anzeige heute sagt.

Klappt nicht? Zeigen alle Begriffe 0 Conversions, obwohl Anfragen reinkommen, fehlt meist das Conversion-Tracking: Dann nimm die meistgeklickten Begriffe als Basis und sag es dazu („nimm die meistgeklickten Begriffe, Tracking ist noch nicht aktiv").

2. Neue Headlines und Descriptions vorschlagen lassen

Jetzt lässt du dir die neuen Texte bauen. Wichtig ist, dass du eine gute Anzeige kennst: Sie braucht viele verschiedene Überschriften (Google empfiehlt 15 Headlines und 4 Descriptions), damit Google Kombinationen testen kann. Verlang ausdrücklich mehrere Varianten pro Blickwinkel.

Schreib mir aus diesen Begriffen eine neue Anzeige für [Ad-Group]:
15 Headlines und 4 Descriptions, gemischt aus Keyword-Bezug, Nutzen,
Handlungsaufforderung und einem klaren Unterschied zu anderen.
Halt die Google-Limits ein (30 Zeichen pro Headline, 90 pro Description)
und zeig mir bei jeder Zeile die Zeichenzahl.

Das bekommst du zurück:

Headlines (Ad-Group „pm-tool"):
Projektmanagement-Tool (22) ✓ [Keyword]
Aufgaben im Team verwalten (26) ✓ [Nutzen]
In 5 Minuten startklar (22) ✓ [Nutzen]
Jetzt kostenlos testen (22) ✓ [Handlung]
Ohne Kreditkarte starten (24) ✓ [Handlung]
Projektmanagement-Software testen (33) ⚠ zu lang → „PM-Software testen" (18)
Das beste Tool für Teams (24) ⚠ UWG: unbelegter Superlativ
→ „Für ganze Teams gebaut" (22)
Über 2.000 Teams nutzen es (26) ⚠ nur mit echtem Beleg [Social Proof]

Descriptions:
Aufgaben, Termine und Team an einem Ort. Ohne Kreditkarte testen. (65) ✓
Plane Projekte, verteile Aufgaben und behalte Termine im Blick.
Jetzt kostenlos starten. (88) ✓

Zwei Dinge macht der Agent hier, die beim Selbertippen leicht untergehen. Erstens zählt er jede Zeile: „Projektmanagement-Software testen" hat 33 Zeichen, also drei zu viel, und wird zu „PM-Software testen" gekürzt. Genau daran scheitern deutsche Anzeigen, die Komposita sind zu lang. Zweitens markiert er Werberecht: „Das beste Tool" ist ein Superlativ, den du im deutschen Werberecht belegen können musst (UWG). Ohne Beleg formuliert der Agent um oder lässt die Zeile weg. Auch Zahlen wie „2.000 Teams" nur, wenn sie stimmen und belegbar sind.

Kurz zum Werberecht (keine Rechtsberatung): Superlative („beste", „Nr. 1", „Testsieger") und konkrete Zahlen musst du belegen können, sonst gehören sie nicht in die Anzeige. Stehen Preise drin, muss ein „ab"-Preis der echte Einstiegspreis sein und der Gesamtpreis inklusive Mehrwertsteuer. Im Zweifel formuliert der Agent einen Vorteil als Aussage statt als Superlativ.
Checkpoint: Du hast rund 15 Headlines und 4 Descriptions, jede mit Zeichenzahl, kein „⚠" mehr offen (oder bewusst so entschieden).

Klappt nicht? Wirken die Vorschläge wie Paraphrasen voneinander, verlang mehr Bandbreite: „Jede Headline soll einen anderen Blickwinkel haben, keine Wiederholungen." Redundante Headlines nehmen Google den Spielraum zum Testen.

3. Als pausierte Anzeige ins Konto legen lassen

Passt der Text, lässt du die Anzeige anlegen. Der Agent schreibt nichts von selbst: Er zeigt dir zuerst die fertige Anzeige als Vorschau und wartet auf dein Okay.

Leg diese Anzeige in der Ad-Group [Ad-Group] an. Zeig mir vorher
den Vorschlag, und leg sie pausiert an, nicht sofort live.

Das bekommst du zurück:

Vorschlag: neue Responsive Search Ad
Ad-Group: „pm-tool" (Kampagne „kunde-a Suche")
Headlines: 15 (alle auf ≤ 30 Zeichen geprüft)
Descriptions: 4 (alle auf ≤ 90 Zeichen geprüft)
Ziel-URL: deine bestehende Landingpage
Status bei Anlage: PAUSIERT (läuft nicht automatisch los)

Ausführen? (ja / ändern / nein)

Erst nach deinem „ja" schreibt der Agent die Anzeige ins Konto. Wichtig ist dabei dein Zusatz „pausiert": Nur dann legt der Agent sie pausiert an, statt sie sofort auszuliefern. Sag das im Prompt also immer ausdrücklich. Eine pausierte Anzeige liefert nichts aus, bis du sie aktiv schaltest. Deine bestehende Anzeige läuft in der Zwischenzeit unverändert weiter, es passiert also nichts Überraschendes in der Auslieferung.

„pausiert" nicht vergessen. Neue Anzeigen gehen nicht von allein pausiert ins Konto: Fehlt das Wort „pausiert" im Prompt, kann die Anzeige sofort ausgeliefert werden. Ein Halbsatz genügt („leg sie pausiert an"), dann entscheidest du selbst, wann sie live geht.
Checkpoint: Der Agent meldet „angelegt (pausiert)" mit einer Ad-ID, und die alte Anzeige läuft weiter.

Klappt nicht? Meldet der Agent, dass er nicht schreiben darf, fehlt dem Workspace das Schreibrecht für Google Ads (read statt write). Das änderst du im Portal (app.ads.honeyfield.at), nicht im Prompt.

4. Prüfen und aktivieren

Die Anzeige liegt pausiert im Konto und geht zusätzlich durch Googles eigene Anzeigenprüfung. Erst wenn beides passt, schaltest du sie aktiv, in einem bewussten, getrennten Schritt.

Ist die neue Anzeige von Google schon zugelassen? Wenn ja,
schalt sie aktiv, aber zeig mir vorher, was du schaltest.

Das bekommst du zurück:

Neue Anzeige (Ad-Group „pm-tool")
Google-Prüfung: Zugelassen
Status: PAUSIERT

Aktivieren? Danach läuft sie in der Auslieferung. (ja / nein)

Nach deinem „ja" steht die Anzeige auf aktiv. Die Freigabe ist bewusst ein eigener Schritt: Der Agent schaltet nie von selbst live. Willst du lieber im Google-Ads-Konto klicken statt per Prompt, geht das genauso, der Effekt ist derselbe.

Erst wenn die neue Anzeige zugelassen ist und Auslieferung bekommt, pausierst du die alte („pausier jetzt die vorige Anzeige in dieser Ad-Group"). So läuft nie eine Lücke ohne Anzeige. Ein Wort zum direkten Ersetzen einer bestehenden Anzeige: Dabei übernimmt die neue Anzeige den Status der alten. Ersetzt du eine laufende Anzeige, ist die neue also sofort live, ohne den Pausiert-Bogen aus Schritt 3. Sag beim Ersetzen dazu, dass die alte pausiert erhalten bleiben soll: Dann bleibt der Schritt umkehrbar, gelöscht wird nichts.

Checkpoint: Die neue Anzeige steht auf „aktiv" und „Zugelassen", die alte auf „pausiert".

Klappt nicht? Steht die Prüfung noch auf „In Prüfung", ist das normal: Google prüft neue Anzeigen, das kann von Minuten bis zu einem Tag dauern. Warte die Freigabe ab, bevor du die alte pausierst.

Variationen

  • „Gib mir noch fünf zusätzliche Headlines nur für den Blickwinkel Preis." (gezielt einen Angle vertiefen)
  • „Bau die Anzeige für die Ad-Group [X], aber im Ton sachlicher, weniger werblich." (Tonalität steuern)
  • „Schreib mir die Anzeige, aber leg noch nichts an, ich will erst drüberlesen." (nur Vorschlag, kein Write)

Ehrliche Grenze

  • Keine Klick- oder Umsatz-Garantie. Eine sauber gebaute Anzeige ist die bessere Ausgangslage, kein Versprechen auf mehr Conversions. Ob sie besser läuft, zeigt erst der echte Test im Konto.
  • Ad Strength siehst du nur im Google-Ads-Konto. Der Agent baut nach Best Practice (genug Headlines, Vielfalt, Keyword-Bezug), aber den Strength-Wert (Poor bis Excellent) kann kein Tool auslesen. Wenn jemand dir „ich hebe deine Ad Strength auf Excellent" verspricht, ist das erfunden.
  • Google entscheidet über die Zulassung, nicht dein Agent. Ob und wie schnell eine Anzeige freigegeben wird, liegt bei Google. Bis dahin liefert sie nicht aus.
  • Die Zeichen-Limits prüft der Agent selbst. Das Schreib-Tool erzwingt die 30/90 nicht: Ist eine Zeile zu lang, lehnt erst Google sie später ab. Deshalb im Vorschlag auf die Zeichen-Angabe achten, bevor du „ja" sagst.
  • Belegpflicht bleibt bei dir. Superlative und Zahlen nur mit echtem Beleg. Der Agent blockt Unbelegtes, aber ob „2.000 Kunden" stimmt, weißt nur du.
  • Ein Austausch setzt die Lernphase zurück. Ersetzt du eine bestehende Anzeige, ist das für Google eine neue Anzeige: Ihre Optimierung startet bei null. Die alte wird dabei pausiert (nicht gelöscht), lass der neuen also etwas Zeit.
  • Neue Anzeigen sind nicht automatisch pausiert. Ohne „pausiert" im Prompt kann eine neue Anzeige sofort ausgeliefert werden. Verlass dich nicht auf einen automatischen Pausiert-Zustand, sag es im Prompt.
  • Kein automatisches Sicherheitsnetz. Kein serverseitiges Limit stoppt dich. Dass der Agent vor dem Schreiben den Vorschlag zeigt und vor dem Aktivieren fragt, ist sein Verhalten (in Claude zeigt er den Vorschlag, in ChatGPT je nach Berechtigungs-Einstellung des Connectors). Ob überhaupt geschrieben werden darf, entscheidet dein Workspace-Recht (read gegen write). Lies den Vorschlag, bevor du „ja" sagst.

Weiter geht's

Deine bessere Anzeige läuft jetzt live. Als Nächstes willst du sehen, ob sie etwas bewegt, ohne täglich ins Konto zu schauen: Im nächsten Tutorial lässt du dir vom Agenten einen Wochenreport bauen, der Anzeigen, Kosten und Conversions auf einen Blick zusammenfasst. → Wöchentlichen Marketing-Report vom Agenten erstellen lassen

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