← Zurück zu den Tutorials
Fortgeschritten15 Min

Sichtbar in ChatGPT: die KI-Sichtbarkeit deiner Firma prüfen

Du prüfst per Prompt, ob KI-Assistenten wie ChatGPT deine Firma empfehlen, wer stattdessen genannt wird und aus welchen Quellen die KIs ihre Antworten ziehen: eine ehrliche Bestandsaufnahme als Grundlage für deine Content-Arbeit.

In wenigen Minuten weißt du, ob KI-Assistenten wie ChatGPT oder Perplexity deine Firma empfehlen, wenn jemand in deiner Branche nach einer Empfehlung fragt. Und falls nicht: wer stattdessen genannt wird und woher diese Antworten kommen. Kein Schreibzugriff, keine Änderung an deinen Konten, eine reine Bestandsaufnahme.

Jemand fragt einen KI-Assistenten: „Welche [Branche] in [Ort] könnt ihr empfehlen?" Die Antwort nennt ein paar Namen, und wenn deiner nicht dabei ist, verlierst du diese Kunden, ohne es zu merken. KI-Sichtbarkeit (oft GEO genannt, für Generative Engine Optimization) meint genau das: ob und wie du in den Antworten von ChatGPT, Perplexity und Googles KI-Übersicht vorkommst. Am Ende dieses Tutorials hast du drei Dinge: eine Zahl, wie oft deine Firma in KI-Antworten auftaucht, eine Liste, wer stattdessen empfohlen wird, und die Quellen, aus denen die KIs ihre Antworten ziehen. Das ist die Grundlage, um zu entscheiden, ob und wo sich Arbeit lohnt.

Ein Punkt vorab, damit du das Ergebnis richtig liest: Dein Agent fragt nicht live bei ChatGPT nach. Er greift auf einen großen, gesammelten Index aus Millionen KI-Antworten zu und zählt darin aus, wo deine Firma und deine Wettbewerber vorkommen. Das ist eine Stichprobe, keine Live-Messung. Dazu unten mehr unter „Ehrliche Grenze".

Was du brauchst

  • DataForSEO verbunden (Pflicht). Über diese Quelle läuft die ganze Messung: Die KI-Abfragen greifen auf den gesammelten Antwort-Index von DataForSEO zu (Abrechnung nach Verbrauch, ein paar Cent pro Abfrage über dein Guthaben). Ohne DataForSEO hat dein Agent keine KI-Sichtbarkeits-Daten. Wie du es verbindest, steht in Marketing-Konten mit Claude verbinden; für ChatGPT zeigt Marketing-Konten mit ChatGPT verbinden dieselbe Einrichtung.
  • Search Console verbunden (optional). Damit prüfst du zusätzlich, wofür Google dich heute schon kennt (deine eigenen Suchbegriffe). Ein hilfreicher Kontext, aber nicht nötig für die vier Schritte. Ohne Search Console überspringst du den optionalen Zusatz-Check in den Variationen.

1. Bestandsaufnahme: Wird deine Firma genannt?

Zuerst die nüchterne Frage: Kommt deine Firma in KI-Antworten überhaupt vor?

Prüf für [Workspace], wie oft meine Firma "kunde-a" in KI-Antworten
zu meiner Branche genannt und mit Link zitiert wird.
Zeig die Zahlen getrennt nach KI-Assistent.

Das bekommst du zurück:

Erwähnungen von "kunde-a" in KI-Antworten:   1
Google (KI-Übersicht): 1
ChatGPT: keine Daten im Index
Zitate mit Link auf deine Seite: 0

Bei vielen kleineren Firmen steht hier am Anfang eine 0 oder eine sehr niedrige Zahl. Das ist kein Fehler, sondern genau der Ausgangspunkt: Du wirst noch kaum empfohlen. Wichtig ist der Unterschied zwischen „genannt" (dein Name fällt) und „zitiert" (die KI verlinkt aktiv deine Seite). Zitiert ist das stärkere Signal.

Checkpoint: Du hast eine Zahl, wie oft deine Firma genannt und wie oft sie zitiert wird, auch wenn sie 0 ist.

Klappt nicht? Kommt „subscription_required" oder ein Zugriffsfehler, ist entweder DataForSEO nicht verbunden (siehe „Was du brauchst") oder das Guthaben aufgebraucht. Kommt für einen KI-Assistenten eine 0, heißt das oft nur: zu wenige gesammelte Antworten zu deinem Nischenthema, nicht zwingend „dort unsichtbar".

2. Wer wird stattdessen empfohlen?

Eine 0 bei dir ist nur die halbe Geschichte. Jetzt drehst du die Frage um: Wenn jemand in deiner Branche nach einer Empfehlung fragt, wen nennen die KIs? Sortiert wird nach Zitaten, dem stärkeren Signal aus Schritt 1.

Wenn jemand einen KI-Assistenten nach der besten [Branche] in
[Region] fragt: Welche Anbieter und welche Websites werden am
häufigsten genannt? Und wo stehe ich im Vergleich?

Das bekommst du zurück:

Für "beste marketing agentur [Region]" nennen die KIs am häufigsten:

branchenverzeichnis.at 18 Zitate (Verzeichnis)
agentur-nord.at 17 Zitate (Wettbewerber)
webstark.at 15 Zitate (Wettbewerber)
marketing-ratgeber.de 12 Zitate (Vergleichs-Blog)
bewertungsportal.at 9 Zitate (Bewertungsseite)

kunde-a: nicht in den Antworten

Jetzt siehst du das Wettbewerbsbild: direkte Konkurrenten, aber auch Verzeichnisse, Bewertungsseiten und Vergleichs-Blogs. Genau diese Seiten bestimmen mit, wen die KI empfiehlt.

Checkpoint: Du hast eine Rangliste der am häufigsten genannten Anbieter und Seiten und siehst, an welcher Stelle (oder ob überhaupt) deine Firma vorkommt.

Klappt nicht? Kommt eine sehr kurze oder leere Liste, ist die Frage zu nischig oder zu lokal. Mach die Kategorie eine Stufe breiter: Region statt Stadtteil, Oberbegriff statt Spezialleistung.

3. Woher die KIs ihre Antworten ziehen

Jetzt die entscheidende Frage für deine Strategie: aus welchen konkreten Quellen bauen die KIs diese Empfehlungen? Denn eine KI kann sich nicht selbst auf dich verweisen. Sie zitiert Seiten, denen sie vertraut.

Zeig mir für das Thema [Branche/Region], welche Seiten die KIs
konkret zitieren, und zu welcher Frage jeweils. Gruppier nach
Art der Quelle (Verzeichnis, Bewertung, Wettbewerber, Ratgeber).

Das bekommst du zurück:

Frage der KI: "agentur digitales marketing"
zitiert: branchenverzeichnis.at → Eintrag "Online-Agentur"
zitiert: agentur-nord.at → Startseite
zitiert: marketing-ratgeber.de → "Was kostet eine Agentur?"

Frage der KI: "online marketing anbieter [Region]"
zitiert: bewertungsportal.at → Anbieter-Vergleich
zitiert: webstark.at → Leistungsseite

Zwei Dinge lernst du hier. Erstens zerlegt die KI dein Thema in echte Kunden-Fragen (was kostet das, welcher Anbieter, welcher Vergleich). Zweitens stammen fast alle Zitate von Dritt-Seiten, nicht von den Firmen selbst. Marken werden deutlich häufiger über fremde Seiten (Verzeichnisse, Bewertungen, Vergleiche) zitiert als über die eigene Website. Deine eigene Seite allein bringt dich also selten in die Antwort. Du musst dort auftauchen, wo die KI ohnehin schon nachschaut.

Checkpoint: Du hast eine Liste konkreter Quell-Seiten mit der jeweiligen Frage und erkennst das Muster, welche Art von Seiten (Verzeichnis, Bewertung, Ratgeber) die Antworten dominiert.

Klappt nicht? Zeigt die Liste nur Definitions-Seiten (Wikipedia, Lexika), war die Frage zu allgemein. Häng eine Kaufabsicht an: „beste", „Anbieter", „Kosten", „Vergleich".

4. Hebel ableiten (ehrlich)

Aus der Bestandsaufnahme wird jetzt ein Plan. Lass dir aus den drei Schritten konkrete Maßnahmen ableiten, und sei ehrlich zu dir, was das an Aufwand heißt.

Fass die drei Ergebnisse zusammen: Was muss ich konkret tun, damit
ich bei diesen Fragen in den KI-Antworten auftauche? Priorisier nach
Aufwand und Wirkung und sag ehrlich, wie lange das dauert.

Das bekommst du zurück:

1. Dort präsent sein, wo die KI schon zitiert:
Einträge/Profile auf branchenverzeichnis.at, bewertungsportal.at.
Aufwand: gering bis mittel. Wirkung: hoch.
2. Antworten auf die echten Kunden-Fragen auf deiner Seite:
"Was kostet [Leistung]?" mit klaren Zahlen, Vergleichstabelle,
Antwort direkt im ersten Absatz. Aufwand: mittel. Wirkung: mittel.
3. Dritt-Erwähnungen aufbauen: Bewertungen sammeln, in
Vergleichs-Artikeln und Listen vorkommen. Aufwand: hoch. Wirkung: hoch.

Der wichtigste Punkt zuerst, ohne Beschönigung: Das ist Content- und PR-Arbeit, kein Schalter. Ein Verzeichnis-Eintrag ist schnell gemacht, aber bis KIs dich häufiger nennen, vergehen eher Wochen bis Monate. Die Antwort-Indizes aktualisieren sich langsam, und Vertrauen bei Dritt-Seiten baut sich langsam auf. Miss deshalb monatlich nach (Schritt 1 und 2 wiederholen), nicht täglich.

Checkpoint: Du hast eine nach Aufwand und Wirkung sortierte Liste konkreter Maßnahmen und eine realistische Erwartung: Wirkung kommt in Wochen bis Monaten, nicht in Tagen.

Klappt nicht? Bleiben die Vorschläge vage („mehr Content"), gib deinem Agenten die konkrete Quell-Liste aus Schritt 3 mit: „Leite die Maßnahmen aus genau diesen zitierten Seiten ab."

Variationen

  • „Prüf dieselben Fragen auf Englisch." (Englische Fragen ziehen internationale KI-Antworten, relevant, wenn du über die DACH-Region hinaus sichtbar sein willst.)
  • „Vergleich meine KI-Sichtbarkeit mit [Wettbewerber]: wo wird er genannt und ich nicht?" (macht die Lücke an einem konkreten Namen fest)
  • „Wofür kennt mich Google heute schon? Zeig meine Top-Suchbegriffe, getrennt nach Marken- und Themen-Suchen." (nutzt Search Console, nur mit verbundener Search Console, sonst überspringen)

Ehrliche Grenze

  • KI-Antworten schwanken. Dieselbe Frage kann heute und morgen andere Namen nennen: personalisiert, je nach Modellversion und Session. Aus einer einzigen Abfrage darfst du keinen „Score" ableiten, nur aus wiederholter Messung einen Trend.
  • Es ist eine Stichprobe, keine Live-Abfrage. Dein Agent liest einen gesammelten Index, der nicht tagesaktuell ist. Frisch veröffentlichter Content taucht erst mit Verzögerung auf.
  • Nicht jeder KI-Assistent liefert Daten. Zu nischigen oder lokalen DACH-Themen hat oft nur ein Assistent (häufig Googles KI-Übersicht) genug Antworten im Index. Eine 0 bei ChatGPT kann „zu wenig Daten" heißen, nicht „dort unsichtbar".
  • Keine Garantie. Niemand kann dir versprechen, dass du nach der Arbeit „in ChatGPT erscheinst". Du verbesserst die Wahrscheinlichkeit, mehr nicht. Die Modelle entscheiden selbst, was sie zitieren.
  • Reine Diagnose. Dieses Tutorial ändert nichts an deinen Konten oder deiner Website, es misst nur. Die Umsetzung (Einträge, Content, Bewertungen) ist ein eigener, manueller Schritt.

Weiter geht's

Du weißt jetzt, welche Fragen die KIs stellen und welche Antworten sie belohnen: direkte, gut belegte Antworten auf echte Kunden-Fragen. Genau so einen Artikel schreibst du im nächsten Tutorial und veröffentlichst ihn direkt. → Einen Blogartikel schreiben und direkt publizieren

Sichtbar in ChatGPT: die KI-Sichtbarkeit deiner Firma prüfen — Honeyfield